*krank sein* - Eine kleine Seelengeschichte

​was sie sonst noch so erzählt, die kleine seele? hm, ich hab sagen gehört, dass…. …sie gerne mit den menschen krank ist; krank in dem sinne, wie die menschheit es als offiziell anerkennt. sie flüstert leiste weiter: weisst du, da darf ich einfach sein. und seufzt. 

wie meist du das, frage ich nach, du darfst doch immer sein?  hm, meint sie, im grunde bin ich ja auch immer, aber manchmal, wenn auch die zellen in meinem sein mitschwingen, wenn ich unterstützung erhalte von meinem physischen pendant, dann darf ich endlich mal richtig sein und wirken. 

das vestehe ich einfach nicht - hab ich die leute munkeln gehört. ich hab mir erlaubt, sie zu fragen, was sie denn wirklich meint, mit endlich mal richtig sein dürfen. sie zwinkert mit den augen und beginnt gen himmel blickend zu lächeln. noch immer nach oben blickend spricht sie: wenn es nur worte gäbe, mit denen ich das ausdrücken könnte, wäre die menschheit schon dort.  aber sehr gerne werde ich es versuchen, mittels eurer sprache zu antworten. sie blickt mich nun an, noch immer lächelnd, irgendwie sogar ein wenig strahlend. sie meint: weisst du, ich kann mich nicht ganz so gut in worten ausdrücken; das wäre so, als ob ich euch menschen sagen würd - benutzt für das, was ihr gerne mitteilen würdet, bitte nur noch die folgenden buchstaben: a, u, h, w.

- sie dürfte das fragezeichen an meiner stirn entdeckt haben, und liebevoll spricht sie weiter: es ist so viel mehr, mein sein, als nur diese momente vermuten lassen, wo ich auch wahrgenommen werde. weisst du, dein körper kann mein sein entfalten, oder auch nicht. dein geist kann mein sein leben, oder auch nicht. deine werkzeuge, mein sein im aussen sichtbar zu machen, erlebbar zu machen, sind dein körper und dein geist. und wenn es momente im leben gibt, in denen ich mich körperlich ausdrücken möchte; wenn es momente im leben gibt, in denen ich mich körperlich hingeben möchte; wenn es momente gibt, in denen ich mich körperlich spüren möchte, dann ist es einfach unglaublich schön, wenn das werkzeug dafür bereit steht. nicht irgendwo rumliegt, eingerostet ist, unzugänglich gemacht oder weggesperrt wurde. das gleiche mit euren geistern. wie sehr kann ich mich ausdrücken, wenn die filter des geistes mein sein nicht passieren lassen. wie sehr kann ich mich entdecken lassen, wenn die geistige komfortzone mich einfach ausgrenzt? 

hm… - gebe ich von mir. hm. irgendwie versteh ich es zwar nicht, und irgendwie doch; stell ich fest.

um nun auf die frage zurückzukommen - ja, krank sein ist für mich so heilsam. sagt sie ruhig und langsam. heilsam. wiederholt sie. es ist die zeit, da der körper nicht vom geist regiert und benutzt wird. es ist die zeit, da der geist nicht vom körper getrieben und benutzt wird. es ist die zeit, in denen beide sich mir bedingungslos hingeben; und dann wird wieder mal mit mir zusammen gemeinsam auf hochtouren gearbeitet. im sein entstehen lassen. im sein werden. 




jeder holt sich das, was er/sie braucht.

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